Symbolhandlungen während der Taufe

Kreuzzeichen
Das Kreuzzeichen ist wie eine Art „Markenzeichen“ für Christen. Es erinnert daran, dass Christus bereit war, das was er verkündet hatte, bis in die letzte Konsequenz auch zu leben: sein Da-Sein für andere und seine Vergebungsbereitschaft.
Mit dem Kreuz bezeichnen meint: unter den Schutz Jesu stellen, in seine Gemeinschaft aufnehmen.

Taufe mit Wasser
Wasser in der richtigen Menge ermöglicht Leben und reinigt. Wasser über die Stirn des Täuflings giessen ist die symbolhafte Bitte an Gott: begiesse dieses Kind mit Deiner Lebenskraft, lass es wachsen und gedeihen - und wasche immer wieder alles Schlechte ab, damit es ein erfülltes Leben haben kann.

Salbung mit Chrisam
„Chrisam“ heisst auf deutsch: „Salböl“. Es ist Symbol für Gottes Heiligen Geist. Salböl, einmal aufgetragen, dringt in den Körper ein, macht ihn geschmeidig, heilt Wunden, lässt Gegner abrutschen (deshalb salbten sich z.B. Ringkämpfer vor dem Kampf ein) usw.
Im Judentum war die Salbung eines Menschen das, was andernorts z.B. die Krönung war: Beauftragung zu einem besonders wichtigen Dienst. Propheten und Könige wurden gesalbt, damit Gottes Geist (Gottes Kraft) wie Salböl ganz in sie eindringe, sie stärke und ihr Leben ganz präge.
Das soll auch beim Taufkind geschehen, denn es hat als Christ eine wichtige Aufgabe in der Welt: Gottes Liebe zu den Menschen durch sein Tun zu bezeugen. Dazu soll Gott ihm die Kraft des Heiligen Geistes schenken und „das Böse“ nie Macht über es gewinnen.
Die Salbung macht aus einem Menschen im wortwörtlichen Sinn einen Christen, einen „Gesalbten“.

Das weisse Kleid
Es erinnert daran, dass der Mensch von Gott gut geschaffen ist. Wir sollen uns alle Mühe geben, gut zu leben und die Würde der Gotteskindschaft nicht vergammeln zu lassen.

Entzünden der Taufkerze
Jedes Taufkind bekommt eine Kerze, die an der Osterkerze entzündet wird. Die Osterkerze ist Symbol für Christus, der Licht in das Leben vieler Menschen brachte und bringt.
Auch das Taufkind soll in seinem Leben dieses Licht spüren können, aber auch davon „angesteckt“, „entzündet“ werden, damit es davon weitergeben kann.

Berühren von Ohren und Mund
Jesus heilte einmal einen Taubstummen, indem er seine Ohren und seinen Mund berührte und sagte „Öffne Dich“ (Griechisch: Effata). Das Berühren von Ohren und Mund der Taufkinder ist leibhaftige Bitte, dass sie offen sein mögen für die Botschaft von der Liebe Gottes und dass sie sie auch weiterverkünden in Wort und Tat.

Fragen an Eltern und Paten
Eltern: Weshalb möchten Sie Ihr Kind taufen lassen?
Eltern: Mit der Bitte um die Taufe haben Sie Ihre religiöse Aufgabe als Eltern nicht ein für alle mal erfüllt, sondern stehen erst am Anfang eines Weges. Sind Sie bereit, Ihr Kind in Wort und Tat nach besten Kräften so zu erziehen, dass es von Ihnen lernen kann, Gott, seine Mitmenschen und sich selbst zu lieben?
Paten: Die Aufgabe der Paten ist es, dem Kind zusätzlich zu den Eltern Begleiter auf seinem Lebensweg zu sein, in allen Dimensionen des Lebens, auch in der religiösen. Sind Sie nach besten Kräften und auf Ihre Weise dazu bereit?