Pfarreileben in Corona-Zeiten

von Pfarramt

Liebe Pfarreiangehörige

Schon seit einigen Wochen legt nun das Corona-Virus unser gesellschaftliches und kirchliches Leben lahm. Eigentlich ist es ja unglaublich, aber irgendwie auch sinnbildlich für unsere Welt und unser Leben, dass ein mikroskopisch kleines, für unsere Augen unsichtbares Virus die Macht hat, unseren ganzen Alltag durcheinander zu bringen.

Leider ist das Corona-Virus nicht allein geblieben. Auf geistlicher Ebene sind allerlei andere dazu gekommen:

  • Das Virus der Angst, das fragt: wohin wird das noch führen? Wird es auch mich treffen oder Menschen, die mir wichtig sind? Wer hilft mir, den Alltag zu meistern? Ganz handgreiflich, beim Einkaufen – oder seelisch? All die Sorgen, die wir vor Corona schon hatten, sind ja nicht einfach weg.
  • Das Virus des „Ich zuerst“, eine Mutation des Virus der Angst, die zu Panikkäufen führt oder Lügen gegenüber Ärzten und Spitälern, um zu einem Test zu kommen.
  • Das Virus des Ärgers und manchmal auch des Trotzes unter jenen, die die Situation gelassener sehen und den Eindruck haben, die Massnahmen des Bundes gehen zu weit.


Manchmal genügt es, dass nur ganz wenig in uns oder anderen krank ist, im Denken, im Fühlen, in den Einstellungen, die das Handeln antreiben, und schon kommt noch mehr durcheinander, nicht nur im eigenen Leben, auch im Leben von anderen.

Erfreulicherweise wirken aber auch viele heilsame Viren, manchmal auf ganz unerwartete Art und an ganz unerwarteten Orten:

  • Das Virus der Solidarität zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, Überlasteten und zur Untätigkeit gezwungenen.
  • Das Virus der Dankbarkeit für Dinge und Dienstleistungen, die lange Zeit für selbstverständlich erachtet wurden.
  • Das Virus der wiederbelebten Kontakte zwischen Menschen, die sich aus den Augen verloren haben.

Auch in unserem Pfarreileben ist so ziemlich alles durcheinander geraten, zumindest in Bezug auf alles, was mit persönlichen Begegnungen zu tun hat. Räumlich müssen wir auf Distanz gehen – aber gefühlsmässig sind wir aufgerufen, noch näher zusammenzurutschen als bisher.
Aber auch bei uns blühen neue Initiativen auf und ergeben sich unerwartete Kontakte.

Im → Corona-ABC (Stand 5. Juni 2020) finden Sie stets die aktuellen Angaben, wie wir unser Pfarreileben unter diesen schwierigen äusserlichen Bedingungen weiterführen.

Stoppen wir gemeinsam die krankmachenden Viren – und fördern wir gemeinsam die heilsamen.

Bhüet Sie Gott
Don Marek Gorski und Markus Widmer

 

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